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ELEKTRO-
SCHROTT IN
ÖSTERREICH

Österreich produziert jährlich Zehntausende Tonnen Elektroschrott. Hinter jedem weggeworfenen Gerät stecken wertvolle Ressourcen – und vermeidbare CO₂-Emissionen.

100.000+
Tonnen E-Schrott/Jahr
in Österreich
~12 kg
Pro Einwohner/Jahr
Elektroschrott
80 kg
CO₂ pro Smartphone
bei Neuproduktion
80%
E-Schrott
nicht korrekt entsorgt

Das Ausmaß des Problems

Österreich zählt zu den wohlhabendsten Ländern der Erde – und produziert entsprechend viel Elektroschrott. Fernseher, Smartphones, Kühlschränke, Waschmaschinen: Jährlich werden in Österreich Hunderttausende Tonnen an Elektrogeräten entsorgt.

Das Problem dabei: Elektrogeräte enthalten wertvolle Rohstoffe wie Gold, Silber, Kobalt, Seltene Erden und Kupfer. Diese Materialien gehen beim unsachgemäßen Entsorgen unwiederbringlich verloren – oder landen im schlimmsten Fall in illegalen Deponien in Entwicklungsländern.

Was steckt in einem Smartphone?

Ein modernes Smartphone enthält bis zu 60 verschiedene Elemente aus dem Periodensystem. Darunter:

Gold
Leiterbahnen & Kontakte
0,03 Gramm – hochwertig
Kobalt
Lithium-Akku
Oft unter schlechten Bedingungen abgebaut
Seltene Erden
Vibration, Display, Kamera
Sehr aufwändig zu gewinnen
Kupfer
Elektronik & Kabel
Energieintensive Gewinnung
Silber
Kontakte
Wertvoller Rohstoff
Lithium
Akku
Knappe Ressource

Wenn dieses Smartphone nach 2–3 Jahren entsorgt wird, obwohl es mit einem neuen Display oder Akku noch Jahre gehalten hätte, gehen all diese Ressourcen verloren.

Der CO₂-Fußabdruck eines neuen Geräts

Die Produktion eines neuen Smartphones verursacht im Durchschnitt 50–80 kg CO₂. Eine Displayreparatur hingegen verursacht nur einen Bruchteil davon – die Herstellung des neuen Displays plus der Transport.

Bei einer Waschmaschine sieht es noch dramatischer aus: Die Produktion eines neuen Geräts verursacht rund 150–250 kg CO₂. Eine Reparatur der Pumpe verursacht dagegen nur etwa 5–15 kg CO₂.

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Der Umwelt-Vorteil der Reparatur

Wer ein Gerät repariert statt es wegzuwerfen, spart nicht nur Geld – er vermeidet die energieintensive Neuproduktion und hält wertvolle Rohstoffe im Kreislauf. Die Geräte-Retter-Prämie macht genau das finanziell attraktiv.

Was kann die Geräte-Retter-Prämie bewirken?

Seit dem Start des Geräte-Retter-Prämie im April 2022 wurden Hunderttausende Anträge gestellt. Jede erfolgreiche Reparatur bedeutet:

  • Ein Gerät weniger im Elektroschrott
  • Wertvolle Rohstoffe bleiben im Einsatz
  • CO₂-Emissionen durch Neuproduktion werden vermieden
  • Ein lokaler Reparaturbetrieb wird gestärkt

Das Programm ist Teil einer umfassenderen Strategie der EU und Österreichs, die Kreislaufwirtschaft zu stärken – weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu einer Wirtschaft, in der Produkte länger genutzt und repariert werden.

Reicht die Geräte-Retter-Prämie allein?

Die Geräte-Retter-Prämie ist ein wichtiger Schritt – aber er allein kann das Elektroschrott-Problem nicht lösen. Nötig sind auch:

  • Recht auf Reparatur (EU): Hersteller müssen Ersatzteile länger verfügbar machen
  • Besseres Produktdesign: Geräte müssen reparierfreundlicher gebaut werden
  • Bewusstsein: Konsumenten müssen Reparatur als erste Option sehen
  • Ausbau des Netzwerks: Mehr autorisierte Betriebe, besonders im ländlichen Raum

Was du tun kannst

Der einfachste Beitrag: Bevor du ein defektes Gerät entsorgst, lass es reparieren. Mit der Geräte-Retter-Prämie ist das nicht nur umweltfreundlicher, sondern in den meisten Fällen auch finanziell attraktiver als ein Neukauf.